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  • antonella-a-ammann

Fünf nach 12!

Sauber angeordnete Container, beschriftet mit dem jeweiligen Inhalt. Glas, Metall, Plastik und Karton. Und für den nicht wiederverwertbaren Restmüll, einen separaten Abfallbehälter.

Alle paar hundert Meter traf ich in Elba auf säuberlich aneinandergereihte Container, die für alle Bewohner und Besucher der Insel zugänglich waren. Die Container waren meist nur halbvoll. Und das nicht, weil die Abfalltrennung nicht funktioniert, sondern weil die Behälter regelmässig geleert wurden. Keine in eine Ecke verbannte und zum Himmel stinkende Abfallberge, die von Schmeissfliegen und wild streunenden Tieren heimgesucht wurden.

Ein Bild der Selbstverständlichkeit mit der Message „wie zu Hause“!

So sauber wie die Strassen, waren auch die Strände. Wie schön war es, unsere Kinder inmitten des glasklaren und sauberen Meerwassers plantschen zu sehen. Begleiteten mich doch immer wieder diese traurigen Bilder, welche im Netz kursieren und Meere zeigen, die über und über mit Plastik verschmutzt sind.

Finden diese Szenarien weit weg von hier statt, kann es an dicht besiedelte Orte wie diesen, noch so vereinzelt saubere Oasen geben?

Die Ernüchterung kam einige Tage später auf einer Bootsfahrt im offenen Meer. Die Kinder rutschten vergnügt von einer Bootsseite zur anderen, als unsere Tochter übers ganze Gesicht strahlend „Mami, e Qualle!“ rief und dabei ins Wasser zeigte.

Obwohl ich kein Fan von Quallen bin, wäre mir zu diesem Zeitpunkt lieber gewesen, wenn ich diese Freude mit ihr hätte teilen können. Stattdessen musste Mamma-Spassbremse erklären, dass es sich nicht um eine Qualle handelte, sondern um einen Plastiksack, der auf dem Wasser trieb. Leider blieb es nicht nur bei dieser Plastikqualle. Wir sichteten alle paar Meter grössere und kleinere Gegenstände, die nicht ins Meer gehörten.


Auf die Frage unserer Tochter, was dieser Müll im Wasser zu suchen hat, konnte ich keine passenden Worte finden und nur eine halbwegs befriedigende Antwort liefern.

Denn sind wir mal ehrlich, was bewegt Menschen dazu ihren Abfall in der freien Natur liegen zu lassen? Woher rührt diese Gleichgültigkeit? Ist es Gleichgültigkeit? Denn oftmals versagt nicht das System, sondern die Menschen und ihr vielfach nicht vorhandener Verstand für die Umwelt.


Wirft man bei einem Familien-Spaziergang die leere Bonbon-Verpackung, den ausgekauten Kaugummi oder die gerauchte Zigarette auf dem Boden, so kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass unsere Sprösslinge uns dies bei der nächsten Gelegenheit gleichtun. Denn wie Schwämme saugen sie auf, was um sie herum geschieht und kopieren solche fragwürdige Verhaltensweisen.


Ich bin der Auffassung, dass man Kinder nicht früh genug im Umgang mit ihrer Umwelt aufklären kann. Wie entsteht Müll? Welchen Einfluss hat er auf unser Ökosystem? Wie meidet man ihn und wie entsorge ich ihn richtig? Solche Fragen lassen sich einfach und überzeugend erklären, denn in unserem Alltag treffen wir dauernd auf dieses allgegenwärtige Thema.



Wieso die Kleinen nicht gleich einbeziehen und ihnen das Thema Recycling z. B. bei einem Besuch des nächstgelegenen Werkhofs näher bringen? So können sie Eindrücke sammeln und Abläufe verinnerlichen. Ihr Bewusstsein für die Umwelt wird dadurch gestärkt und sie lernen Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen. So, dass sie Selbstverständlichkeit für ein nachhaltiges Verhalten entwickeln.

Ein Umdenken ist beim heutigen Zustand unserer Erde unerlässlich. So liegt es an uns, mit gutem Beispiel voran zu gehen, unser Verhalten zu überdenken oder wo nötig anzupassen. Jede noch so kleine Handlung in die richtige Richtung ist wertvoll.


Weil unsere künftigen Lebensbedingungen davon abhängen. Denn unser Lebensraum beginnt da, wo wir unsere eigenen vier Wände verlassen!



Lesenswerter Artikel dazu hier

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